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Neue Medikamente: Wo liegt die Zukunft?

Die in letzter Zeit auffällig gestiegene Anzahl auch schwerwiegender Arzneimittelereignisse durch chemisch-synthetische Medikamente ist nur einer der Gründe für diese Entwicklung. Die derzeit in vielen Ländern zu beobachtende Rückbesinnung auf die Natur als „größte Apotheke der Welt“ wird von einer anderen Tatsache noch stärker bestimmt: Heute gibt es wissenschaftliche und technische Methoden zur Erforschung der Potenziale der Natur, die es möglich machen, die komplexen Systeme von Heilpflanzen erfolgreich zu entschlüsseln. „Wir verbinden das Beste, was der Mensch derzeit kann, mit dem Besten, was die Natur bietet“, meinte Professor Popp dazu. Das Ergebnis sind hochwertige Phytopharmaka mit zum Teil faszinierenden Wirkdimensionen.
Ein gutes Beispiel dafür bietet die Cannabis-Forschung. In der Zukunft könnten Extrakte aus Cannabis möglicherweise Patienten mit Multiplen Sklerose helfen. Die ersten klinischen Tests zeigten jedenfalls ermutigende Ergebnisse. „Unsere Londoner Arbeitsgruppe konnte in biochemisch-pharmakologischen Untersuchungen antientzündliche Wirkungen von pharmazeutischen Zubereitungsformen dieser Arzneipflanzen zeigen“, berichtete Professor Michael Heinrich von der University of London über seine EU geförderte Forschung. Das Beispiel Cannabis zeige aber auch, so Professor Heinrich weiter, das Potential der Entwicklung von Extrakten.
Um das Missbrauchsrisiko der Cannabis-Medikamente zu minimieren, wären Extrakte wünschenswert, die möglichst viel der wirksamen Stoffe enthalten, aber nur geringe Mengen der psychoaktiven Verbindungen. Zahlreiche Experimente belegen klar, wie unterschiedlich das Wirkstoffprofil einer Cannabis-Zubereitung ausfallen kann, wenn unterschiedliche Extraktionsmittel bzw. unterschiedliche Extraktionsverfahren verwendet werden (Politti et a. 2008, Phytochemistry 69: 562-570). Ein Phänomen übrigens, das nicht nur auf Cannabis zutrifft, sondern auf alle pflanzlichen Zubereitungen.

KFN 6/2008 – 8. Juli 2008

 

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