Efeublätter-Trockenextrakt als Zusatztherapie des Asthma bronchiale geeignet

Anders als bei der Bronchitis stützt sich dieTherapie des Asthma bronchiale in erster Linie auf antiinflammatorische und broncho-dilatatorische Maßnahmen. Die Ventilation kann aber durch eine sekretolytische Begleittherapie meist wirksam unterstützt werden. Um zu überprüfen, ob Efeublätter-Trockenextrakt die asthmatische Ventilations-störung günstig zu beeinflussen vermag, führte die Arbeitsgruppe um H.-J. Mansfeld von der Hochgebirgsklinik Davos, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Biometrie und Statistik der RWTH Aachen und dem MKL-Institut für Klinische Forschung GmbH, Aachen, eine placebokontrollierte Studie unter bodyplethysmo-graphischer Kontrolle der Lungenfunktion bei Kindern mit Asthma bronchiale durch.

Patienten und Methodik

An der Studie, die als randomisiertes, placebokontrolliertes Cross-over-Design angelegt war, nahmen 24 Kinder mit gesicherter Diagnose "Asthma bronchiale" im Alter zwischen 4 und 12 Jahren teil. Voraussetzung für die Aufnahme war die Reversibilität (> 10 Prozent) der Bronchialobstruktion, die durch Inhalation von zweimal 100 mg Fenoterol vor Beginn der Studie ermittelt wurde.

Ausschlußkriterien waren akute Atemwegsinfekte, Begleitmedikation mit Sekretolytika oder Antitussiva, sowie orale Theophyllin- oder Gluko-kortikoidtherapie. Inhalative b2-Sympathomimetika durften bis zu acht Stunden vor den jeweiligen Terminen zur Untersuchung der Lungen-funktion nicht mehr appliziert werden.

Dem Randomisierungsplan entsprechend erhielten die Patienten in der ersten Behandlungsphase entweder zweimal täglich 25 Tropfen des Prüfpräparates, wobei die Einzeldosis von 17,5 mg Efeublätter-Trockenextrakt einer Tagesdosis von 210 mg Droge entsprach, oder ein Placebo, während alternierend in der zweiten Medikationsphase Placebo- versus Verum-Tropfen verabreicht wurden. Die Behandlung mit Verum und Placebo erfolgte über einen Zeitraum von jeweils drei Tagen unter Einhaltung einer wash-out-Phase von drei bis fünf Tagen zwischen den beiden Therapiephasen.

Prüfparameter: Im Rahmen der ausführlichen Lungenfunktionsdiagnostik wurden jeweils am ersten Tag vor der Medikamenteneinnahme und am dritten Therapietag drei Stunden nach der Medikation folgende Parameter bestimmt: Atemwegswiderstand (RAW), intrathorakales Gasvolumen (ITGV), Residual-volumen (RV), Vitalkapazität (VC) und forcierte Vitalkapazität (FVC) sowie die Einsekundenkapazität (FEV1).

VC, FVC und FEV1 wurden zusätzlich am dritten Therapietag drei Stunden nach und am dritten Therapietag unmittelbar vor der Medikation bestimmt.

Darüber hinaus wurde die Symptomatik anhand klinischer Parameter mit Angaben zu Dyspnoe und Husten nach einem vorgegebenen Score sowie das Auftreten unerwünschter Ereignisse protokolliert.

Der bodyplethysmographisch ermittelte Atemwegswiderstand galt als objektives Kriterium zur Beurteilung der Veränderung von Ventilations-störungen und wurde deshalb als Hauptzielparameter zum Nachweis der Wirksamkeit definiert.

Ergebnisse

Die Überprüfung des Cross-over-Designs zeigte für die Verumtherapie eine klinisch relevante und statistisch signifikante Reduktion des RAW im Vergleich zum Placebo. Der mittlere Abfall des Atemwegswiderstandes betrug unter Verummedikation 0,144 kPA/l/s (p=0,0047), in der Placebo-gruppe hingegen nur 0,033 kPA/l/s (p=0,5606).

Diese Überlegenheit der Verumtherapie konnte durch die weiteren bodyplethysmographischen und spirometrischen Daten bestätigt werden. Intrathorakales Gasvolumen und Residualvolumen zeigten für die Verum-therapie eine signifikante und klinisch bedeutsame Verringerung im Vergleich zum Placebo. Gegenüber den Ausgangswerten verbesserten sich die spirometrisch ermittelten Lungenfunktionsparameter unter der Prüfmedikation deutlich mit 6,5 Prozent für VC, 8,4 Prozent für FVC und 11,8 Prozent für FEV1, wohingegen dieser Effekt unter Placebo nicht zu beobachten war.

Die Verträglichkeit der Therapie wurde von Ärzten wie auch von den Patienten für Verum und Placebo unterschiedslos als sehr gut bewertet. Unerwünschte Begleiteffekte traten nicht auf.

                            RAW                           ITGV                        RV

                   Verum     Placebo     Verum     Placebo    Verum      Placebo
vor Medikation      

1. Tag          0,75         0,70         1,71         1,64         1,11         1,02
3. Tag          0,61         0,67         1,55         1,66         0,97         1,00
       
nach Medikation       
3. Tag         -23,6%     -4,9%      -10,1%     +0,7%     -14,3%     -2,4%
       
Unterschied       p=0,0361                 p=0,0007                  p=0,1671

Fazit: Das Ergebnis der Untersuchung kann als konfirmatorischer Beweis der Wirksamkeit des Efeublätter-Trockenextrakts betrachtet werden. Die signifikante Verbesserung der Lungen-funktion geht dabei nicht nur auf sekretolytische, sondern auch auf bronchospasmolytische Eigenschaften der Inhaltsstoffe zurück. Die Anwendung von Efeublätter-Trockenextrakten kann deshalb auch bei Kindern mit Asthma bronchiale als eine sinnvolle begleitende Therapiemaßnahme bewertet werden.


(Quelle: H.-J. Mansfeld, H. Höhre, R. Repges, U. Dethlefsen: Therapie des Asthma bronchiale mit Efeublätter-Trockenextrakt. Münch. med. Wschr. 140 (1998), Nr. 3, S. 26

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