In-vitro-Untersuchung bestimmt die spasmolytisch wirksamen Inhaltstoffe

Efeuextrakte werden in den handelsüblichen Präparaten therapeutisch zur Behandlung katarrhalischer und obstruktiver Atemwegserkrankungen eingesetzt. Insbesondere die expektorierenden und spasmolytischen Effekte der Efeusaponine wirken sich dabei günstig auf die Krankheitssymptomatik aus. Die Inhaltsstoffe eines Efeublätter-Trockenextraktes wurden von Trute et al., Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie der Universität Münster in Zusammenarbeit mit dem Pharmakologischen Institut für Natur-wissenschaftler, Biozentrum Niederursel, in einem in-vitro-Test auf ihre spasmolytischen Wirkungen hin untersucht.

Material und Methodik


Die spasmolytische Aktivität von Efeuextrakt (Auszugsmittel: 30 Prozent Ethanol, DEV 6:1) wurde im Vergleich zur Aktivität von Papaverin in vitro am isolierten Meerschweinchen-Ileum analysiert, wobei die Effekte in sog. Papaverinäquivalenten (PE = Aktivität von 1g Testsubstanz äquivalent zu xmg Papaverin) angegeben wurden. Als Spasmogen diente Acetylcholin.

Da es das Ziel der Untersuchung war, die für die spasmolytische Wirkung verantwortlichen Inhaltsstoffe zu identifizieren, wurde der Extrakt zunächst aktivitätsorientiert aufgetrennt. Dies führte zur Isolierung von phenolischen Verbindungen (Flavonole und Kaffeoylchinasäurederivate) und den Saponinen Hederacosid C, a-Hederin und Hederagenin.

Ergebnisse

Sowohl für die Saponine als auch für die phenolischen Verbindungen konnten signifikante spasmolytische Wirkungen festgestellt werden. Die Papaverin-Äquivalente betrugen für
a-Hederin 55 PE, für Hederagenin 49 PE, für Quercitrin 54 PE, Kämpferol 143 PE und für Dikaffeoylchinasäure 22 PE. Die Aktivität, die diese Substanzen bei der Untersuchung zeigten, wurde rechnerisch in das Verhältnis gesetzt, in dem sie im Efeublätter-Trockenextrakt vorliegen. Den höchsten Anteil im Extrakt weisen die Saponine auf, so daß anzunehmen ist, dass sie die größte Bedeutung für den spasmolytischen Effekt besitzen. An zweiter Stelle liegen Dikaffeoylchina-säuren gefolgt von den Flavonolen. Hederacosid C, das genuine Hauptglykosid aus Efeublättern wurde ebenfalls der Überprüfung unter-zogen, zeigte aber nur geringe Aktivitäten. Das Aglykon Hederagenin zeigte hohe Aktivitäten, ist jedoch in Extrakten in der Regel nicht nachzuweisen ist.

Fazit: Die Ergebnisse zeigen, dass von den Inhaltsstoffen, die für die spasmolytische Aktivität von Efeublätter-Trockenextrakten verantwortlich sind, dem Monodesmosid a-Hederin die größte Bedeutung zukommt.

(Quelle: Andreas Trute, Jan Gross, Ernst Mutschler, Adolf Nahrstedt: In Vitro Antispasmodic Compounds of the Dry Extract obtained from Hedera helix. Planta Med. 63: 125-129, 1997)

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