Normierter Mistelextrakt zeigt im Tiermodell antimetastatische Effekte

Die Auswirkungen von Mistelextrakten auf den Krankheitsverlauf von Tumorpatienten beruhen vor allem auf der Annahme einer immunstimulierenden Wirkung auf den Organismus. Um zu überprüfen, inwieweit ein auf Mistellektin-normierter Extrakt auch über eine antimetastatische Aktivität verfügt, führte die Arbeitsgruppe um Klaus Weber vom RCC Research & Consulting Company Ltd, Itingen, in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Innere Medizin der Universitätsklinik Zürich, eine Untersuchung mit dem B16-Melanom-Modell durch, das für die Evaluierung der Effekte von Immunstimulatoren als geeignet gilt.

Material und Methodik

In dieser Studie wurden Balb/c-Mäuse in vier Dosisgruppen mit jeweils fünf Tieren aufgeteilt. Nach i.v.-Injektion von B16-Melanomzellen wurden den Tieren der drei Verumgruppen täglich einmal der Mistelextrakt in den Dosierungen 100, 1000 und 5000 µl/kg Körpergewicht intravenös appliziert. Die Kontrollgruppe erhielt ein Placebo.

Nach einer Behandlungsdauer von drei Wochen wurden die Metastasierungsraten anhand der Zahl der Melanomzellen in den Lungen-gewebsschnitten histologisch beurteilt und parallel dazu in der Lungen-lavage sowohl der Anteil pigmentierter und immunkompetenter Zellen erfaßt, um zu analysieren, ob die antimetastatische Aktivität mit zellulären Immunparametern in Zusammenhang steht.

Ergebnisse

Gemessen an der Zahl der Melanomzellen in den Lungengewebsschnitten bewirkte die Behandlung mit Mistelextrakt in den Verumgruppen eine Minderung der Metastasierungsraten um 58 bis 95 Prozent. Der Effekt war bei Dosierungen von 100 µl/kg und 1000µl/kg Körpergewicht am ausgeprägtesten.

In der Lungenlavage trat im Vergleich zur Kontrollgruppe bei den behandelten Tieren eine signifikante, fünf- bis sechsfach höhere Zunahme der relativen Anzahl an MAC-1+-Makrophagen auf. Auch erhöhte sich der relative Anteil doppelt-positiver unreifer CD4+8+-Thymozyten in den Mistel-behandelten Mäusen signifikant.

Fazit: Die Untersuchung zeigt, daß normierter Mistelextrakt über antimetastatische Eigenschaften verfügt, die in engem Zusammenhang mit der Stimulation immunrelevanter Parameter stehen. Es ist deshalb anzunehmen, daß die Therapie mit Mistellektinen einer Metastasierung und Verbreitung maligner Zellen vorzubeugen vermag.

(Quelle: Klaus Weber et al.: Effects of a Standardized Mistletoe Preparation on Metastatic B16 Melanoma Colonization in Murine Lungs. Arzneimittel-Forschung / Drug Research 48 (I), 5, 497-502, 1998)

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