Normiertes Mistelextrakt-Präparat: Stimulation der Neutropoese nach Chemotherapie im Tiermodell nachgewiesen

Die Chemotherapie wird bei einem breiten Spektrum solider Tumoren sowohl als adjuvante Behandlungsmaßnahme in frühen Malignitätsstadien wie auch als Palliativmaßnahme bei Patienten mit fortgeschrittener Tumorerkrankung angewandt. In Kombination mit anderen zytotoxischen Therapieregimen ist Cyclophosphamid dabei eine in der klinischen Praxis häufig eingesetzte zytostatische Substanz. Die iatrogene Leukopenie, insbesondere die Neutropenie, stellt jedoch eine der schwerwiegendsten Nebenwirkungen und nicht selten den Dosis-limitierenden Faktor dieser Behandlungsform dar, denn die Myelosuppression trägt beträchtlich zu Morbidität und Mortalität zytostatisch behandelter Patienten bei. Deshalb ist man seit langem bemüht, Möglichkeiten zu finden, die diesem Prozeß entgegenwirken. Klaus Weber et al., von der Research & Consulting Company Ltd., Itingen, prüfte daher im Tiermodell den Einfluß eines normierten Mistel-Extraktes auf die Leukopoese bei immunsupprimierten Mäusen.


Material und Methodik

In dieser Untersuchung wurden Balbc Mäuse, die unter standardisierten Laborbedingungen gehalten wurden, entsprechend dem Randomisierungsplan insgesamt 7 Dosisgruppen mit je 20 Tieren zugeteilt. Die Tiere wurden mit Placebo, Cyclophosphamid (CP) + Placebo oder Cyclophosphamid + Mistelextrakt einem definierten Behandlungsplan gemäß, wie folgt behandelt:

 

Gruppe Anzahl der Tiere Behandlung Dosis µl/kg
1 20 Placebo 0
2 20 CP + Placebo 0
3 20 CP + SMP 30
4 20 CP + SMP 100
5 20 CP + SMP 300
6 20 CP + SMP 1000
7 20 CP + SMP 5000

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sterblichkeit und klinische Symptome wurden täglich festgehalten. Am 7., 9., 12. und 18. Tag des Untersuchungszeitraums wurden bei jeweils fünf Tieren aus jeder Gruppe Blutproben zur Bestimmung von Hämoglobin und Gesamtleukozytenzahl entnommen, eine Differenzierung der weißen Blut-zellen erfolgte im Blutausstrich.

Ergebnisse

Im Vergleich zur Placebogruppe induzierte Cyclophosphamid innerhalb der ersten 7 Tage eine hochgradige Leukopenie, die in allen Behandlungs-gruppen ohne nennenswerte Unterschiede auftrat. In der anschließenden Erholungsphase stieg ab dem 9. Studientag die Anzahl zirkulierender Leukozyten im peripheren Blut bei den Gruppen, die Mistelextrakt im Dosisbereich von 30 bis 5000 µl/kg erhalten hatten, gegenüber der alleinigen Cyclophosphamidtherapie deutlich an. Am ausgeprägtesten war der Effekt in Gruppe von 3 bis 30 µl/kg Mistelextrakt am Tag 9 und in der Gruppe von 7 bis 5000 µl/kg am Tag 12. Bis zum 18. Tag näherten sich die Leukozytenzahlen in allen Behandlungsgruppen allmählich wieder den Ausgangswerten. Zwischen den Mistelextrakt-Behandlungsgruppen bestanden gegenüber alleiniger Cyclophosphamidtherapie deutliche Unterschiede. Insbesondere die Gruppen 4 und 7 wiesen zu diesem Zeitpunkt noch höhere Leukozytenzahlen auf als Gruppe 2.

Ein ähnliches Bild ergab sich für die Anzahl der reifen segmentkernigen Granulozyten, ebenso wie für die Metamyelozyten, deren Anzahl als Ausdruck einer gesteigerten Granulopoese unter der Verumtherapie etwa ab dem 9. Tag anstieg.

Fazit: Aus den vorliegenden Daten kann geschlossen werden, daß ein normierter Mistel-Extrakt in der Lage ist, im Tiermodell die Granulopoese bei einer durch Cyclophosphamid hervorgerufenen Leukopenie zu stimulieren. Diese Ergebnisse bestätigen die in früheren Untersuchungen erhobenen Daten und belegen, daß Mistellektine die wirkaktiven Inhaltsstoffe von Viscum album darstellen.

(Quelle: Klaus Weber, Ulrich Mengs, Tobias Schwarz, Hilmar Becker, Hans Lentzen: Stimulation of Neutropoiesis by a Special Standardized Mistletoe Preparation after Cyclophosphamide Chemotherapy in Mice. Arzneimittel-Forschung / Drug Research, 46 (II), 12, 1174-1178 (1996)

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