Sinusitis: Adäquate Therapie verhindert Komplikationen

Bei akuten und chronischen Sinusitiden handelt es sich um entzündliche Prozesse der Nasennebenhöhlen, die im Falle akuter viraler oder bakteriell bedingter Episoden von der Nasenhaupthöhle oder vom Nasopharynx – gelegentlich auch dentogen – fortgeleitet werden. Die Häufigkeit des Auftretens einer akuten bakteriellen Sinusitis, resultierend aus einer vorangegangenen Erkältungserkrankung, wird mit 0,5 bis 2,0 Prozent angegeben. Die Prävalenz der chronischen Sinusitis liegt über der vieler anderer chronischer Erkrankungen und ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Für die USA z.B. wird sie derzeit mit 146/1000 Individuen angegeben. Im Gegensatz zur blanden Rhinitis, wie sie im Rahmen von meist virusbedingten, unkomplizierten Erkältungsinfekten auftritt, bedarf die Sinusitis einer adäquaten, vorrangig medikamentösen Therapie, um Komplikationen und Progress i.S. einer Chronifizierung zu vermeiden.

Die akute virale Sinusitis wird bevorzugt durch Rhinoviren, aber auch Influenza- und Parainfluenzaviren hervorgerufen und ist in fast 90 Prozent aller Infekte des oberen Atemwegstraktes anzutreffen. Sie verläuft zunächst katarrhalisch mit vermehrter Schleimproduktion, die im weiteren Krankheitsverlauf zur Akkumulation eines zähen, nicht-eitrigen Sekretes in den Nasennebenhöhlen führt. Das Erregerspektrum der akuten, bakteriellen Sinusitis wird dominiert von Streptococcus pneumoniae und Haemophilus influenzae. Infektionen mit Staphylokokken und Anaerobiern sind weitaus seltener, Infektionen durch Pilze sind als Rarität zu werten bzw. treten vorwiegend bei bestimmten Risikogruppen auf.
Leitsymptom der Sinusitis ist ein ausgeprägter Kopfschmerz mit Projektion in den medialen Augenwinkel und Druckschmerz über den Kieferhöhlen. Verstärkt wird dieser Kopfschmerz typischerweise beim Bücken oder Heben von Lasten. Häufig besteht bei der akuten bakteriellen Sinusitis Fieber und ein deutliches Krankheitsgefühl mit erheblicher Einschränkung des Allgemeinbefindens. Behinderung der Nasenatmung, Nasenfluß und Beeinträchtigung des Riechvermögen finden sich sowohl bei akuten wie auch chronischen Verlaufsformen der Sinusitis.

Folgende diagnostische Maßnahmen haben sich neben einer ausführlichen Anamnese als sinnvoll bei der Diagnosestellung der Sinusitis bewährt: Palpation, Schmerzprovokationstest2 (Bücken o.ä.), Inspektion der inneren Nase, Sonographie, Endoskopie und konventionelle Radiologie der Nasennebenhöhlen. Bei der chronischen Sinusitis ist dem CT der Nasennebenhöhlen der Vorzug vor der konventionellen Radiologie zu geben. Bei komplizierter Sinusitis ist meist ein Nasenabstrich bzw. Antibiogramm erforderlich.

Allgemein zielen die therapeutischen Maßnahmen bei der Sinusitis auf die Wiederherstellung von Ventilation und Drainage. Die Empfehlungen internationaler und nationaler Expertengremien – hier beispielhaft die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf und Halschirurgie - nennen bei der akuten Sinusitis folgende Therapiemöglichkeiten:

  • Abschwellende Nasentropfen
  • Mukolytikum
  • Antiphlogistikum
  • Antibiotikum

Die Gabe einer systemischen Antibiose sollte dabei schweren Fällen und Patienten mit schweren Grundleiden vorbehalten bleiben, um Komplikationen der Sinusitis zu vermeiden. Bei chronischer Sinusitis muß dem im Vergleich zur akuten Sinusitis anderen Erregerspektrum bei der Auswahl des Antibiotikums Rechnung getragen werden.

Multimodale pflanzliche Wirkstoffe (mit dem fünffachen-Phytotherapeutika) wirken sowohl sekretolytisch wie antiphlogistisch, womit die therapeutischen Ziele der Sinusitistherapie, Drainage und Ventilation, gleichzeitig angegangen werden. Die antiphlogistische Wirkung führt zur Schleimhautabschwellung und damit zur Öffnung der Ostien der Nasennebenhöhlen und Wiederherstellung der Ventilation. Durch den sekretolytischen Effekt wird die physiologische Viskosität – und damit auch dessen Funktionsfähigkeit als physiologischer Abwehrmechanismus – wiederhergestellt.

Eine adäquate Therapie ist sowohl bei akuter wie auch bei chronischer Sinusitis von großer Bedeutung: bei der Behandlung der akuten (bakteriellen) Sinusitis steht die Vermeidung akuter Komplikationen an erster Stelle. Bei der chronischen Sinusitis, die aufgrund morphologischer Veränderungen der Schleimhaut und damit verbundenen Funktionseinschränkungen immer wieder zu akuten Episoden neigt, muß ein weiterer Progress vermieden werden.

Fazit: Im Gegensatz zur banalen Rhinitis bedürfen akute und chronische Sinusitiden einer adäquaten Behandlung. Das Behandlungskonzept zielt in erster Linie auf die Wiederherstellung von Ventilation und Drainage der Nasennebenhöhlen. Als sinnhaft haben sich dabei abschwellende bzw. antiphlogistische Maßnahmen in Verbindung mit sekretolytisch-/ mukolytisch-wirksamen Substanzen erwiesen. Im Bedarfsfall ist eine zusätzliche antibiotische Therapie, insbesondere bei drohenden Komplikationen, notwendig.


(Quellen: Leitlinien der Deutschen-Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf und Halschirurgie, 1996, Guidelines des International Rhinosinusitis Advisory Board, Suppl. ENT-Journal 1997, Hans-Peter-Zenner: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag Stuttgart – New York, 1993, W. Arnold, U. Ganzer: Checkliste Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Georg-Thieme Verlag Stuttgatrt – New York, 1999.)