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Naturmedizin bei Patienten und Ärzten hoch im Kurs


Der Wunsch vieler Patienten nach weniger „Chemie“ und mehr „Natur” ist unverkennbar. Ärzte werden hier zu Lande von ihren Patienten tagtäglich auf mögliche Optionen der Naturmedizin angesprochen. 59 Prozent der an der Umfrage beteiligten  Mediziner geben an, von ihren Patienten „sehr häufig“ nach naturheilkundlichen Therapien gefragt zu werden, 20 Prozent erhalten „häufig“ und weitere 12 Prozent zumindest „gelegentlich“ derartige Anfragen. Lediglich ein Prozent aller Ärzte wird nach eigenen Angaben „nie“ mit einer Frage nach Naturmedizin konfrontiert. Besonders groß ist das Interesse an Naturmedizin bei chronisch Kranken und bei Müttern.

Fast jeder Arzt (98 Prozent!) ist bereit, auf den Wunsch seiner Patienten nach naturgemäßer Behandlung einzugehen. Am häufigsten kommen pflanzliche Arzneimittel bei Infektionen der Atemwege zum Einsatz, also bei Erkältungen, Bronchitis und Sinusitis. Ein weiteres  häufiges Anwendungsgebiet von Phytopharmaka sind Magen-Darm-Beschwerden wie z. B. das Reizdarm-Syndrom. Doch auch bei den Indikationen Schmerzen, Allergien, Erschöpfungszuständen, Schlafstörungen und Depressionen greifen Ärzte häufig auf naturheilkundliche Mittel zurück.

Seit sechs Jahren bleibt allerdings den Ärzten nichts anderes übrig, als ihren Patienten Naturheilmittel vor allem auf dem Grünen Rezept oder auf einem Privatrezept zu verordnen. Seit der Gesundheitsreform kommen die Krankenkassen nämlich nur noch in wenigen Ausnahmefällen für die Kosten dieser Medikamente auf. Dadurch werden auch viele pflanzliche Arzneimittel ausgegrenzt, deren Nutzen und deren Sicherheit durch wissenschaftliche Studien zweifelsfrei nachgewiesen wurde.

KFN 10/2010

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